Blindenfußball im Schuppen

Trainer und Spieler der Blindenfußballmannschaften vom FC St. Pauli und Stern Moskau nehmen sich nach einem Freundschaftsspiel in den Arm. Sie stehen auf einem Blindenfußballspielfeld.

Zu einer ganz besonderen Einheit hat die BGW ihre Mitglieder an diesem Dienstag eingeladen. Es wurde Blindenfußball im Schuppen 52 am Hamburger Hafen geboten. Eine Art Heimspiel war es für die Blindenfußballmannschaft des FC St. Pauli – amtierender Vizemeister. Zu Gast, extra für dieses Event angereist, war indes die russische Delegation von Stern Moskau – gespickt mit einigen Nationalspielern. Ein kleines Einlagenspiel stand auf dem Programm. 

Über 500 Besucherinnen und Besucher

Die BGW installierte zu diesem Zweck extra ein gut begrüntes leicht verkleinertes Blindenfußballspielfeld. Dazu kamen Tribünen auf zwei Seiten, die insgesamt 500 Gäste fassen sollten. Allein, es waren deutlich mehr Menschen vor Ort, die auch neben dem Spielfeld beide Teams lautstark unterstützten. Zweimal 15 Minuten wurde letztlich gekickt. Das Ergebnis zweitrangig: Stern Moskau siegte am Ende mit 1:0 durch einen Treffer von Egorov. St. Paulis Celebi vergab die Chance auf den Ausgleich per Sechsmeter. 

Spielszene aus einem Blindenfußballspiel zwischen dem FC St. Pauli und Stern Moskau. Ein russischer Spieler hat den Ball an der Bande eingeklemmt. Zwei Spieler des FC St. Pauli versuchen, den Ball zu erreichen. Ein dritter Spieler des FC St. Pauli steht etwas weiter daneben. Im Hintergrund: Eine Tribüne mit zahlreichen Zuschauern. Alle haben einen Kopfhörer auf, um die Spielbeschreibung der Partie zu empfangen.
In einem munteren Spiel hatten beide Mannschaften ähnlich viele Spielanteile. Das Team aus Russland nutzte jedoch seine Chancen besser, Foto: Tomke Koop.

Als Stargast verfolgte auch Ewald Lienen, 333-facher Bundesligaspieler und derzeit Technischer Direktor beim FC St. Pauli, das Spiel und zeigte sich mehr als beeindruckt von der Leistung der Akteure. Vor allem, als er in der Halbzeit selbst zur Dunkelbrille griff und zusammen mit Serdal Celebi eine kleine Trainingseinheit absolvierte.

Audiodeskription für alle

Keine Blindenfußball-Veranstaltung ohne Audiodeskription – ich freue ich, dass ich für die Gäste in der Halle das Spiel beschreiben konnte. Tatsächlich wurden im Vorhinein 500 Hörempfänger geordert, sodass fast alle Gäste meinen Kommentar auf den Ohren hatten. Ziel war es, eine detaillierte Beschreibung des Spiels zu liefern, wie sie auch in der Blindenfußball-Bundesliga üblich ist.

Sportreporter Florian Eib steht seitlich am Rand eines Blindenfußballfeldes und schaut lächelnd in die Kamera. Er hat ein Headset und und trägt einen dunkelblauen Pullover.
Nah am Spielfeldrand zwischen den Trainerbänken hat man beste Sicht auf das Spielgeschehen, Foto: Tomke Koop.

Die Gäste sollten dabei die Augen schließen, um sich wenigstens zeitweise in die Situation einer blinden Person hineinzuversetzen. Der inklusive Service Audiodeskription ermöglicht sehbehinderten oder blinden Menschen die Teilhabe an Sport- und Kulturveranstaltungen. Eine tolle Idee der BGW, diesen Service anzubieten und so auch bekannter zu machen – außerdem eine besondere Sensibilisierung. Als Ehrengast durfte ich an meiner Seite, quasi als Co-Kommentator Ewald Lienen begrüßen. 

Der Technische Direktor des FC St. Pauli Ewald Lienen und Sportreporter Florian Eib stehen gemeinsam auf dem Spielfeld eines Blindenfußballfeldes und lachen in die Kamera.
Ewald Lienen zeigte sich beeindruckt von der Geschwindigkeit des Spiels und der guten Kommunikation der Spieler und Betreuer, Foto: Tomke Koop.

Buntes Programm und geselliger Abend

An dieser Stelle darf ich mich für die Einladung nach Hamburg bei der BGW bedanken. Es hat mir sehr viel Freude bereitet, meinen Teil zu dem Abendprogramm beizutragen. Die Reaktionen des Publikums fielen durchweg positiv aus. Gelobt wurde natürlich vor allem die sportliche Leistung der Spielerinnen und Spieler, die den Abend ihrerseits aufgrund der stimmungsvollen Kulisse wohl ebenfalls in bester Erinnerung behalten werden. 

Die Blindenfußballmannschaften von Stern Moskau und FC St. Pauli auf dem Kunstrasen des Spielfeldes. Die Spieler und Trainer applaudieren in Richtung der gut gefüllten Zuschauerränge.
Standing Ovation nach dem Spiel von allen Seiten. Die Mannschaften ließen sich ausführlich von den neugewonnenen Blindenfußball-Fans feiern, Foto: Tomke Koop.

Im Nachhinein konnte alle Gäste den Abend in gemütlichem Ambiente ausklingen lassen. Und da Blindenfußball wie eine kleine Familie ist, fiel das Ausklingen etwas länger aus. Vor allem unsere russischen Freunde aus Moskau sorgten für Stimmung. Ich darf mich nun auch stolzer Besitzer eines russischen Blindenfußball-Shirts nennen. In diesem Sinne „Spasib0“ und bis zum nächsten Mal!

Gruppenfoto von Mitgliedern der Blindenfußballmannschaft des FC St. Pauli und Stern Moskau.
Das gemütliche Ambiente am Abend lud zum Verweilen ein.

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